Erläuterungen zur Aktivmitgliedschaft

Unsere Statuten (Art. 4 – 7) umschreiben die Art der Mitgliedschaft mit den folgenden Worten:
«Die Aktivmitgliedschaft kann jedes Mitglied beantragen. Sie versteht sich als Qualitätskontrolle und dient
der Gesellschaft als Übersicht über das kalligraphische Können des Mitglieds.
Die Aufnahme erfolgt aufgrund eines schriftlichen Gesuches unter Vorlage mehrerer eigenhändig geschriebener
kalligraphischer Arbeiten im Original nach Beurteilung durch die Fachkommission.
Die Gesellschaft kann die Aktivmitglieder für Kurse, Seminare usw. an Institutionen oder Organisationen
empfehlen.
Aktivmitglieder setzen sich in besonderer Weise für die Förderung der Ziele der Gesellschaft ein.
Sie dürfen ihre Aktivitäten (berufliche Werbung, Seminare, Kurse, Ausstellungen etc.) unter Gebrauch des
Gesellschafts-Logos veröffentlichen und durchführen».
Die Fachkommission, die über Bewerbungen zur Aklivmitgliedschaft befindet, hat den Inhalt dieses Statuten-
Artikels noch weiter präzisiert.
«Aktivmitglieder sind professionelle Kalligraphen, entsprechend ausgebildete Fachleute, Lehrer und Kursleiter
mit überdurchschnittlichen Kenntnissen und Können.
Die Aufnahme erfolgt nach Beurteilung durch die Fachkommission oder auf dem Berufungsweg.
Normalerweise wird einige Zeit als Mitglied vorausgesetzt».
Wesentlich bei der Beurteilung eines solchen Antrages sind für uns vor allem die folgenden Hauptpunkte:
1. DIE KLASSISCHE SCHRIFTFORM:
Auch in modernen und expressiven Arbeiten – farbig, plakativ, unter Verwendung ungewöhnlicher Materialien
und Schreibwekzeuge – muss der klassischen Schriftform volle Rechnung getragen werden.
Denn «nur wer die Form beherrscht, kann sich darüber hinwegsetzen».
Wir erwarten deshalb von der Bewerberin bzw. dem Bewerber eine möglichst breite Auswahl von Skizzen,
Übungsblättern, fertigen Werken und Unterlagen über eventuelle Kursleitungs-Tätigkeit.
2. DIE FÖRDERUNG DER GESELLSCHAFTSZIELE:
Es kann nie genug betont werden, dass wir besonders von unseren Aktivmitgliedern einen beispielhaften
und vor allem eigeninitiativen Einsatz zur Förderung der allgemeinen Ziele unserer Gesellschaft voraussetzen.
Dies darf sich aber nicht nur auf Kurse und Seminaren beschränken, sondern wir erwarten intensive
Mitarbeit und die unaufgeforderte Unterstützung des Vorstandes und der Fachkommission, beispielsweise
bei der Gestaltung unserer Mitteilungsblätter und Jahrbücher und unserer gemeinsamen Anlässe, und bei
koordinierter Öffentlichkeitsarbeit.
Ebenfalls erwarten wir, dass Aktivmitglieder Ihr persönliches Beziehungsnetz (Mitgliedschaften, Materialquellen
etc.) in den Dienst der Gesellschaft stellen.
Besonders aus diesem Grunde empfehlen wir beispielsweise auch professionellen Kalligraphen aus dem Ausland,
die sich für einen Beitritt in unsere Gesellschaft interessieren, lieber die normale Mitgliedschaft.
3. DIE EIGNUNG ALS KURS- UND SEMINARLEITER:
Kurse und Seminaren sollen unserer Meinung nach nur solche Mitglieder führen und erteilen, die eben wie
unter Punkt 1 gefordert, die klassischen Schriftformen bestens kennen und beherrschen. Denn nur so gelingt
es ihnen, die kalligraphische Substanz auch richtig weiter zu vermitteln. Daneben sind aber auch pädagogische
Eigenschaften nötig. Denn erwiesenermassen kann noch lange nicht jeder das, was er weiss und
beherrscht, auch richtig weitergeben.
Dies ist für die Fachkommission ein sehr anspruchsvoller Auftrag. Deshalb sind wir davon abgekommen,
lediglich schriftlich abgefasste Bewerbungen und Dokumentationen zu beurteilen, ohne gleichzeitige Möglichkeit
zum eingehenden persönlichen Gespräch mit der Antragstellerin bzw. dem Antragsteller.
Wir haben auch erfahren, dass es sinnvoll und lohnend ist, sich schon beim Zusammenstellen seiner solchen
Bewerbungs-Dokumentation den Rat eines Fachkommissionsmitgliedes einzuholen. Dafür sind diese nämlich
unter anderem auch da!
Und noch ein wichtiges Wort: Es gibt in diesem Prozess keine «Verlierer». Wenn wir eben gerade im persönlichen
Gespräch eine Anwärterin bzw. einen Anwärter davon überzeugen können, noch eine Weile zu warten,
um hart und diszipliniert an der persönlichen Ausbildung und der «klassischen Schriftform» weiter zu
arbeiten, gewinnt jede und jeder von uns!